Im wahrsten
Sinne des Wortes

(noch nicht veröffentlicht)


14 Kurzgeschichten
und
Lyriks

 
Wenn ich mit Worten in Gedichten spielen kann oder Geschichten schreibe, fühle ich mich vollkommen!
Der Glaube an Gott gibt mir den Inhalt dazu!

 

Von meinem Parkplatz aus konnte ich an diesem kalten Januarmorgen die Sonne aufgehen sehen. Es war das zweite Mal, dass ich vor diesem gelben Haus parkte. Ich stieg aus und konnte durch das Schaufenster beobachten, wie eine Gruppe von Leuten in der Buchhandlung, die noch geschlossen war, zusammenstand. Warum standen diese Leute zusammen, was hatten die zu besprechen? Warteten die alle auf mich? Jetzt ja keine falschen Illusionen aufbauen, die mich nur noch nervöser machten. Ganz bestimmt warteten sie nicht auf mich, die ich doch nur eine kleine Leiharbeitnehmerin war.

 

Die Braut war zwar ziemlich korpulent, trotzdem sah sie in ihrem Brautkleid unglaublich toll aus. Als sie durch den Eingang dieser kleinen und sehr alten Kirche trat, zog sie die Blicke der vielen Hochzeitsgäste, deren Anzahl sich selbst eine Etage höher weit erstreckte, auf sich. Es waren aber nicht ihr Brautkleid oder gar ihre Figur, die Aufsehen erregten, sondern eher das Strahlen in ihrem Gesicht, das selbst die kalten Kirchenmauern zum Erwärmen brachte.

 

Eines Abends saß ich auf meiner Terrasse in meinem Schaukelstuhl. Mit einer Decke auf meinem Schoß und einem Glas Wein hatte ich es mir gemütlich gemacht. Ich gebe zu, wenn ich bereits nur ein paar Schluck Wein getrunken habe, bin ich schon ziemlich betrunken. Ich wurde immer müder und schlief schließlich in meinem Schaukelstuhl ein. Nun begann der ungewöhnlichste Traum den ich jemals hatte:

Es war ein sonniger Tag im Juli, angenehm warm. Der laue Sommerwind wehte mir leicht durchs Haar und der Duft der Rosenblüten, die die hässliche Vorderwand des Kirchengebäudes verzierten, stieg mir in die Nase. Ich betrat das Kirchengebäude und ging in die Küche, aus der es weniger duftete. Ja, es stank sogar. Kaum erträglich war der Geruch des Mülleimers. Mit großer Überwindung bereitete ich den mittlerweile „lebenden“ Überresten ein Ende und entsorgte alles in die Mülltonne der Nachbarin, wieder mal. Natürlich mit einem schlechten Gewissen. Aber was sollte ich machen, die Gemeinde hatte keine eigene Mülltonne, aus Kostengründen. Die armen Nachbarn würden sich wieder aufregen darüber. Doch ich machte mir nicht weiter Gedanken darum und ging wieder zurück.

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